Posted by Gaetano Marrone

Rede!

Die Casablanca-Ansprache von Gaetano Marrone vom 30.05.2009

Es gelten die Taten und nicht das gesprochene Wort!

Liebe Freunde,

ich danke euch, dass ihr so zahlreich gekommen seid. Bevor ich mit meiner ersten Begrüßungsrede beginne, habe ich etwas Wichtiges zu sagen. Ich frage mich gerade, was euch dazu gebracht hat, heute hierher zu kommen? Die letzten Veranstaltungen waren schlecht besucht – kaum junge Pforzheimer waren anwesend! Diese Veranstaltung hingegen ist multikulturell und wird von jungen Pforzheimern dominiert. In nur 3 Tagen sind 150 Anmeldungen eingegangen. Woran liegt es, dass heute so viele junge Wähler oder sogar Erstwähler gekommen sind?

Ich glaube, ich weiß es! In Pforzheim denken einige Politiker nach folgendem Muster: „Wir machen jetzt schöne Politik und die jungen Pforzheimer kommen dann von ganz alleine“. Ich hingegen möchte das anders machen. Ich sage: „Gehen wir auf die jungen Pforzheimer zu und machen dann gemeinsame Politik“. Deswegen bin ich ins Casablanca gekommen! Diese Umgebung ist euch bekannt. Wir fühlen uns sicher! Das Casablanca ist in Pforzheim zu einer Institution geworden, welche alte und neue Werte zweier Generationen vereint. Die jungen Pforzheimer unter uns, finden das normal, aber für viele Damen und Herren ist das heute eine Zeitreise in die Jugend.

Somit habe ich den Bürgermeister für Schule, Soziales, Kultur und Sport Gert Hager dazu gebracht hierher zu kommen und er hat sich auch nicht gescheut, einen kleinen Appell über die Bedeutung des Wählens an unsere jungen Pforzheimern zu richten. Das ist auf jeden Fall ein Erfolg für uns und einen Applaus wert.

„Mein Vater hat im „Casa“ getanzt und jetzt tanze ich hier“. Im Nachtleben haben wir fast immer das Sagen, aber warum nicht auch in Pforzheim? Warum tanzen im Stadtrat immer noch die gleichen Leute von damals? Warum ist der dortige Altersdurchschnitt so hoch? Ich bin mir sicher, dass nur die Wenigsten von euch den politischen Kontakt gefunden haben. Das finde ich echt schade!

„Unsere Kinder sind unsere Zukunft“. Ja, das ist schön und gut, aber stimmt das auch!? Wenn wir die Zukunft sind, dann müssen wir auch etwas zu sagen haben, meint ihr nicht!? Wollen wir als junge Pforzheimer nicht auch etwas bestimmen oder etwas sagen!? Viele werden nur gehört, wenn es schon zu spät ist – zum Beispiel vor Gericht oder bei der Polizei und erst dort wird jedes einzelne Wort genauestens notiert! Warum hören wir nicht zu wenn unsere Vereine um Hilfe rufen!? Warum hören wir nicht zu wenn unsere Schulen um Hilfe rufen!? Warum hören wir nicht zu wenn unsere Jugendzentren um Hilfe rufen!?

Viele von euch denken: „Ach was, ich will in Pforzheim gar nicht gehört werden, da geht doch eh nichts, ich geh lieber nach Karlsruhe oder nach Stuttgart. Macht was ihr wollt!“. Jetzt haben wir zwei Möglichkeiten, entweder wir kämpfen und bestimmen mit oder wir schauen weg und lassen machen. Ganz einfach! Egal wie wir uns entscheiden, wir sind und bleiben gebürtige Pforzheimer. Egal wo wir uns verstecken unsere Wurzeln liegen hier! Wer wirklich etwas ändern möchte, der findet auch einen Weg. Die Leute, die nichts ändern möchten, finden dementsprechend nur Gründe nichts zu tun!

Die meisten der hier Anwesenden kennen mich und wissen auch, dass ich fast immer in Pforzheim zu treffen bin. Ich bin einer von euch! Ich bin mit euch aufgewachsen! Ich kenne die Probleme, die die jungen Pforzheimer haben. Ich muss nicht zwingend eine Zeitung lesen um zu erfahren, was in Pforzheim los ist! Ich bin mitten unter euch und erlebe das hautnah mit!

So jetzt erleben wir unsere erste Plakatierung Pforzheims: „Kommunalwahlen 2009“. Warum wählen!? Wenn wir das genau nehmen, dann spielt die Wahl nur für denjenigen eine Rolle, der gewählt werden möchte. Weil „Ich muss Flyer verteilen. Ich muss Plakate aufhängen. Ich muss mir eine Homepage zulegen“. Ich muss, ich muss… Ihr hingegen müsst gar nichts machen! Ihr müsst NUR wählen gehen! Ich möchte betonen, dass ich zwar viele Unterstützer habe, aber trotzdem irgendwie „alleine“ bin. Deswegen ist eure Stimme so wichtig!

Einige unter euch fragen sich vielleicht: „Ja, wenn die Wahl nur für denjenigen eine Rolle spielt, der gewählt werden möchte, warum soll ich dann wählen? Oder noch besser „warum soll ich dich wählen?“. Das ist eine berechtigte Frage! Ich sage euch jetzt nicht konkret was ich vor habe. Das haben schon viele andere vor mir gemacht! Ich möchte etwas bewegen!

Ihr werdet auch nicht von mir hören: „ICH werde dies und das ändern oder dies und jenes tun“. NEIN, Ihr werdet nur von mir hören: „WIR, ändern dies und das oder tun dies und jenes“. Ja, ich drohe es jeden einzelnen von euch an: „Wenn ihr mich wählt, dann wählt ihr euch selbst!“.

Als erstes versuche ich eine Internetplattform zu realisieren. Eine Art „Online-Forum“, dort können wir diskutieren und - wenn nötig - interne Abstimmungen durchführen. Die Politik in Pforzheim muss neue Wege gehen! Eure Meinung ist mir sehr wichtig, deswegen werde ich auch über die Geschehnisse des Gemeinderats berichten. Ich finde, dass dieser Weg ein wenig mehr Transparenz bringt und die Politik dadurch „jugendfreundlicher“ wird.

Die Zeitungen berichten davon, dass viele Gebäude leer stehen und dass die Jugendkriminalität zunimmt. Es wäre doch denkbar, dass die jungen Pforzheimer einen neuen Treffpunkt in Pforzheim bekommen! Durch soziales Engagement fördern wir in diesen Räumlichkeiten auch die Integration in Pforzheim! Gemeinsam sind wir stark, deswegen müssen wir auch die kommunalen Vereine bitten uns zu unterstützen. Ich glaube, dass eine Kooperation vieler Vereine und Institutionen realisierbar wäre! Wenn als Nebenprodukte ein paar junge Politiker entstehen, würde mich das am meisten freuen.

Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber ich weiß, dass es anders werden muss, wenn es besser werden soll. Geht wählen, wenn ihr wirklich gehört werden wollt.

Ein 22-jähriger Student, der im Zeitalter des Internets aufgewachsen ist und migrantische Wurzel aufweist, braucht eure Unterstützung. Es genüg, wenn ihr ein paar Leute überzeugen könnt für mich zu stimmen. Bringt auch eure Eltern zum wählen! Ich brauche eure Unterstützung, weil wir erst zusammen stark sein können.

Eine gute Rede hat einen guten Anfang und ein gutes Ende und beides sollte möglichst dicht beieinander liegen. Deswegen merkt euch eins: Egal ob ihr wählen geht oder nicht, es werden immer 40 Kandidaten aufsteigen. Wenn ihr einen jungen Ansprechpartner wollt, dann wisst ihr was ihr zu tun habt. Ich verspreche euch eins: „Ich setze mich für euch ein!“